Veröffentlicht am 20. Mai 2026 • Von Dr. med. univ. H. Steiner
Sterilisation in der Arztpraxis in Österreich: Vorschriften & Best Practices
Die ordnungsgemäße Aufbereitung von Medizinprodukten und chirurgischen Instrumenten ist eine der wichtigsten Säulen der Infektionsprävention in jeder Arztpraxis in Österreich. Gemäß den Hygienerichtlinien der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und dem Medizinproduktegesetz müssen alle wiederverwendbaren Medizinprodukte, die steril zur Anwendung kommen, nach einem validierten Verfahren aufbereitet und sterilisiert werden.
Rechtliche Grundlagen in Österreich
In Österreich regelt die Verordnung über die Aufbereitung von Medizinprodukten die genauen Abläufe. Wesentlich ist, dass jeder Aufbereitungsschritt (Reinigung, Desinfektion, Verpackung, Sterilisation und Freigabe) nachvollziehbar dokumentiert werden muss. Dies schützt nicht nur die PatientInnen, sondern bietet auch der Ärztin oder dem Arzt rechtliche Sicherheit bei behördlichen Praxisbegehungen.
Der Sterilisationsprozess im Detail
1. Vorreinigung und Desinfektion: Direkt nach der Anwendung werden die Instrumente gereinigt. Ideal ist die maschinelle Aufbereitung im Thermodesinfektor (RDG), da diese standardisierbar und validierbar is.
2. Prüfung und Pflege: Instrumente müssen auf Sauberkeit und Funktion geprüft werden. Gelenke werden mit speziellem Pflegespray behandelt.
3. Verpackung: Die Sterilisationsverpackung muss den Durchgang des Steriliermediums erlauben, nach dem Prozess jedoch als Keimbarriere dienen.
4. Sterilisation: Im Praxisbereich ist der Dampfsterilisator (Autoklav) der Klasse B der unumstrittene Standard. Er arbeitet mit fraktioniertem Vorvakuum und garantiert auch bei Hohlkörpern (z. B. Kanülen, Schläuchen) eine sichere Sterilität bei 134°C.
5. Freigabe und Dokumentation: Nach erfolgreichem Zyklus erfolgt die Dokumentation (Chargennummer, Datum, Bediener, Prozessparameter) und die Kennzeichnung der verpackten Instrumente.
Tipp für die Praxisorganisation
Stellen Sie eine schriftliche Arbeitsanweisung (SOP) bereit und schulen Sie Ihr Praxispersonal regelmäßig. Nutzen Sie hochwertiges Sterilisationszubehör und Indikatoren, um die Qualität der Aufbereitung lückenlos nachzuweisen.